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«eingesetzte materialisierung und durchgeführte eingriffe berücksichtigen die bestehende substanz, wodurch der ursprüngliche sharakter in seinen grundzügen erhalten bleibt.»

älteres wohnhaus aus den 1950er-jahren: erdgeschoss- umgestaltung, ersatz der küche, der treppe sowie erneuerung sämtlicher oberflächen – und in einer zweiten etappe wc- und badsanierung.

das steingrubenquartier in solothurn hat eine lebendige geschichte. hat das heutige quartier dreimal mehr bewohner als die altstadt, war es in früheren zeiten weitgehend baulich unbenutztes gelände. vielmehr wurde auf ihm einst abgebaut, um anderswo zu bauen: wie es der name «steingrubenquartier» sagt, diente diese gegend ursprünglich als steinbruch; insgesamt elf steinbrüche sorgten dafür, dass die sogenannten «fegetzsteine», die von gesetzes wegen teilweise zum bau vorgeschrieben waren, auch zum einsatz kamen. was einst ausschliesslich klöstern, klosterschulen, instituten, sommerhäusern und villen ihr standort war, ist heute ein beliebtes wohnquartier in solothurn. und hier ist eine vierköpfige familie für ihr zukünftiges zuhause fündig geworden.
das umgebaute wohngebäude aus den 1950er-jahren, das am rande dieses quartiers steht, wurde einer bedürfnis- und nutzungsanalyse unterzogen und die eingriffstiefe hinsichtlich der optimierung der vorhandenen raumstruktur präzise ausgelotet. auf eine sanierung der gebäudehülle wurde vollends verzichtet.

kerneingriff war der rückbau bzw. der abbruch tragender wände im erdgeschoss, um die kleinteilige raumstruktur zugunsten einer grosszügigen wohnlandschaft für den familienbetrieb auflösen zu können. diese neue grosszügigkeit unterstützt der eingesetzte massivholzboden aus gelaugter und geseifter douglasie mit fünf metern langen riemen, welche das räumliche kontinuum optisch betonen. die den skandinavisch anmutenden boden kontrastierende akzente bilden die mattschwarze küche und der neue ofen, der das alte massiv-cheminée ersetzt. die treppe hingegen führt den holzboden (mit dazu passend entwickeltem holzgeländer) fort ins obergeschoss, das sich über dezent gestaltete nachträume, mit einzelnen farbigen wänden, betont schlicht gibt.

eine weitere, zwei jahre später erfolgte sanierungsetappe umfasste die optimierung der nassräume; neben dem wc insbesondere das bad, welches sich durch die entfernung der trennwand zum estrich vergrössert resp. räumlich öffnet. die eingesetzten massivholzmöbel aus douglasie referenzieren den korridorboden der ersten etappe, ebenso schliessen an diese erste etappe die matten, grauen farbtöne und die betonartigen feinsteinzeugplatten visuell an.

umbau einfamilienhaus
solothurn 2020/2022